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Landtechnik

3 Fragen an Christian Eggenberger

Die UFA-Revue stellte 3 Fragen an Christian Eggenberger, Betriebsleiter der Swiss Future Farm, drei Fragen über die Digitalisierung in der Schweizer Landwirtschaft.  

«Ziel der digitalen Lösungen ist es, die Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu verbessern.»

«Ziel der digitalen Lösungen ist es, die Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu verbessern.»

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Wie beurteilen Sie den heutigen Stand der Digitalisierung in der Schweizer Landwirtschaft?

Die Betriebe sind in den einzelnen Betriebszweigen sehr unterschiedlich digital unterwegs. In der Milchproduktion hat sich der Melkroboter durchgesetzt. Im Acker- und Gemüsebau werden zunehmend Technologien wie GPS-Lenksysteme oder Präzisionstechnologien, die mithilfe von Sensoren oder Kameras gesteuert sind, eingesetzt. Insbesondere Lohnunternehmerinnen und -unternehmer setzen stark auf Digitalisierung. Ein grosses Interesse besteht in Bereichen, wo Handarbeit mit Smart-Farming-Technik ersetzt oder zumindest reduziert werden kann. Leider noch wenig verbreitet ist das digitale Datenmanagement.

Warum ist Digitalisierung so wichtig für die Landwirtschaft?

Die Entwicklung und Integration digitaler Lösungen zielen darauf ab, die Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft zu verbessern. Precision-Farming-Technologien werden die Landwirtschaft darin unterstützen, die Umweltziele der Landwirtschaft zu erreichen. Mittels künstlicher Intelligenz werden Technologien zur Pflanzenerkennung deutlich besser und ermöglichen die Einzelpflanzenbekämpfung, sei das mit chemischem Pflanzenschutz oder mit mechanischer Unkrautbekämpfung. Im Tierbereich verbessern sich Systeme zur Früherkennung und Interpretation von Gesundheitsstörungen. Die Frühbehandlungen erlauben die Reduktion von Antibiotika.

Was sind die grössten Hürden für Landwirtinnen und Landwirte bei der Einführung digitaler Technologien – und wie werden diese Hürden abgebaut?

Die hohen Investitionskosten, der Mangel an Fachwissen und Schulung, die fehlende Standardisierung und Kompatibilität unter den verschiedenen Systemen und damit das fehlende Vertrauen in die Technologien sind die Hauptgründe der Zurückhaltung. Die Investitionskosten werden sich mit grösseren Serien reduzieren. Fachwissen und Schulung sind Aufgabe der Bildungsinstitute. Um eine Standardisierung und Kompatibilität zu erreichen, müssen sich vor allem die grossen Landmaschinenhersteller zusammenraufen und ihre Digitalisierungsstrategien überdenken. Der Betriebsleiter oder die Betriebsleiterin muss in der Anwendung einen konkreten Nutzen sehen.

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